
Welt, seid mir gegrüßt, ich bin der Held des Balles, hier in meinem kleinen Verein im Herzen von Niedersachsen, an einem fantastischen Tag, und lest mal was ich euch zu berichten habe.
Die Punktspielsaison begann Anfang November im Wellblechtempel in Empelde.
Steffen Engelhardt, Daniel Ulrich, Thomas Müller, Christian Ferme, Philip von Grolman, Carsten Mahnke und Heiko Pahnke waren dieses Jahr die stämmigen Schwertträger, die probierten, in der Oberliga den drohenden Abstieg (da zwei Absteiger in einer 5er-Staffel🙈) zu verhindern.
Im letzten Jahr wurden wir verdient Zweiter in der Landesliga-Staffel, dann wurde wieder der ominöse Haken gesetzt und Schwupps, stiegen wir auch in die Oberliga auf.
Egal, es ging los, wir trommelten die volle Kapelle zusammen, denn es ging gegen Mörse.
Wer den Kanal regelmäßig verfolgt, weiß, dass die Brüder uns jedes Jahr das Leben schwer machen, Sommer wie Winter.
Thomas gewann in Zwei, Steffens Gegner verletzte sich bei 6:3 und 3:0 für Steffen und gab im zweiten Satz auf. Heiko verlor nach fulminantem Beginn denkbar knapp im MT 9:11 und Daniel, unsere endlich neu dazugestoßene Boden/Boden Rakete spielte beeindruckend nervenstark und gewann im MT. 3:1, ordentlich meine Herren, jetzt ein Doppel. Um es kurz zu machen, Daniel und Steffen holten bravourös das Doppel. Heiko hatte mit oder besser wegen Thomas keine Chance. 4:2 sauberer Start, erster Sieg überhaupt gegen die gesellige Truppe, keiner beleidigt, faire Spiele, lecker Schnitzel, warme Dusche, was will man mehr?
Zweiter Spieltag, wieder Heimrecht, ging es gegen den Favoriten DTV Hannover, der auch ziemlich Personalnot hatte und sogar probierte, das Spiel ganz spontan einen Tag vorher am Freitag noch zu verlegen, naja, toller Versuch, erledigte sich dann aber schnell. Wir, nämlich auch ohne unsere Nr. 1 Heiko, dafür aber mit dem alt-internationalen Spitzenspieler Philip in unseren Reihen.
Daniel spielte bärenstark gegen Alexander Schmidt und gewann glatt in Zwei. Philip kämpfte stark, verlor knapp 5:7,5:7 und hatte keinen guten Tag erwischt.
Thomas verlor auch knapp in zwei gegen Ballschieber Alex F. und Steffen vermöbelte seinen Gegner klar.
2:2, jetzt ein Doppel und wir wären zufrieden. Diesmal hatte Philip Thomas am Hacken und so holten wieder Steffen und Daniel den dritten Punkt. Sauber Jungs, läuft ganz gut eigentlich.
Jetzt ging es nach Bad Essen, Richtung Osnabrück. Steffen meldete sich kurzfristig ab, da Corona noch immer präsent ist und doch überraschend zugeschlagen hatte. Auf der Hinfahrt kamen wir an ganz viel Gegend vorbei, und Steffen heizte das Testosteron geschwängerte E-Auto, per Videocall mit einer Einladung zum Essen bei erfolgreichem Spielverlauf, zusätzlich an. Ich glaube mich an wilde Gesänge, laute Musik und Energy Drinks zu erinnern, oder? Vielleicht lehnte sich Steffen auch etwas zu weit aus dem Fenster, da er wohl seinem Team nicht zutraute, auch Bad Essen wegzuhauen, naja, vielleicht zu dolle Corona im Kopp…Christian Ferme, unsere Allzweckwaffe, wurde geladen und entsichert. Sein Spiel dauerte über zwei Stunden auf langsamen Geläuf. Sein Gegner und er haben es sich richtig gegeben, Breakbälle, Vorteil, Einstand, lange Ballwechsel, Erschöpfungszustände am Spielfeldrand, unglaublich. Am Ende ein völlig irres 6:0,6:0 (!) für Christian. Ich glaube, die hätten auch noch zwei Stunden weiterspielen können, der Gegner hätte wohl nie ein Spiel bekommen. An diesem Tag war Christian nicht sehr gnädig mit dem Spielpartner und machte ALLE wichtigen Punkte, sehr geil!
Thomas gewann in zwei Sätzen.
Heiko gewann im MT nach konzentrierter Leistung. Daniels Einzel war ein hochklassiges Spiel. Starker Gegner, knisternde Spannung und eine teils frostige Atmosphäre auf dem Teppich. Kurz zur Geschichte:
Daniel hatte den ersten Satz verloren und führte im zweiten 2:1, Gegner hatte Aufschlag, Breakball, erster Aufschlag aus, dann rollte ein Ball vom Nachbarplatz zum Gegner, der schoss den Ball zurück und wollte wie selbstverständlich einen neuen ersten Aufschlag haben, aber nicht mit Daniel. Der mit Turnierregelkunde durch Sohnemanns Turniere ausgestattet, verneinte dies energisch, regte sich auf, gab dann doch nach und verlor das Aufschlagspiel. In der Pause wurde per Telefon nach der Regel geschaut, der Nachbarplatz wurde auch involviert. Daniel konnte sich nicht beruhigen. Der Fokus war weg, er ärgerte sich maßlos. Der Gegner bolzte einen Ball auf Heikos Platz, ganz am Rand, keiner war gestört, er unterbrach völlig unnötig den laufenden Ballwechsel der Beiden. Jetzt drehten Heiko und der auf der Bank sitzende 6:0,6:0-Gott hoch und es wurde leicht bis mittelschwer gepöbelt. In der Herren-50-Altersklasse zumindest aus unserer Erfahrung eine eher und glücklicherweise doch eher seltene Situation. Zurück zu Daniel. Er fand den Fokus wieder und gewann den zweiten Satz und dann auch den anschließenden MT. Ich glaube, wenn er das Ding verloren hätte, wäre das jetzt harmonisch verlaufende gemeinsame Essen wohl anders ausgefallen.
Übrigens, Daniel hatte Recht, es hätte mit zweitem Aufschlag weitergehen müssen.
Eine tolle Leistung von Allen, klarer Sieg mit 5:1. Klassenerhalt gesichert vor dem letzten Spieltag in Rodenberg und Steffen rief noch in der heißluft-beschlagenen Umkleidekabine per Videocall an lobte und feierte das Team ausgelassen, bestellte dann aber auch gleichzeitig schon den Tisch bei Restaurant Mo, um das Team an den gedeckten Tisch bei Hühnchen und Hündchen süß-sauer, Ente Hongkong-Style und 6 x gebratenes Schweinfleisch mit 15 Köstlichkeiten inkl. Kaltgetränke einzuladen. Unsere 2. Herren 50 hatte die Woche zuvor auch den Aufstieg zu feiern und gesellten sich einfach dazu. Mega-Abend!
Am Deister in Rodenberg traf man sich im Februar. Ein eher belangloses Spiel ohne Bedeutung, da der Klassenerhalt sowieso erreicht und der 2. Platz sicher war. Verletzungsbedingt ohne Arm-Heiko und Waden-Thomas reisten wir mit Carsten, der 3 Stunden vorher noch nichts von seinem Einsatz wusste (Chapeau für so eine Spontanität) und Philip zu den alten Bekannten aus vergangenen Jahren. Carsten hatte leider keine Chance. Steffen hatte Probleme auf dem langsamen Geläuf seine harten flachen Grundschläge zu setzen, gegen einen Gegner, der mehr am Netz war, als Erdberg zu seinen besten Zeiten. Er verlor knapp im MT und war stinksauer auf sich. Daniel vermöbelte seinen Gegner im ersten Satz vom Allerfeinsten. Es gelang einfach alles, links, rechts, piff, paff, Stopp, Lob, Wahnsinn. Eine Demonstration unseres Vizes-Landesmeisters AK50. Leider wurde der gut spielende Gegner besser und gewann den Tiebreak im Zweiten. Der MT ging auch an Rodenberg. Daniel war körperlich völlig am Ende. 2:45 Std. für ein Einzel ist auch für Halle und „nur“ MT anstatt 3 Sätze eine Ansage…
Philip hatte einen Gegner, der alles draufwimmst, aus allen Lagen. Doof, wenn das alles kommt. Aber zum Glück war es nicht so ein Tag. Die Fehler überwiegten, und Philip gewann klar und markierte so den Ehrenpunkt. Am Ende stand nämlich ein 1:5 auf dem knittrigen Papier. Glückwunsch an Rodenberg. Eine immer sehr sehr nette Truppe.
Das Ergebnis wurde dann aber beim Essen komplett unwichtig. Daniels Kreislauf kollabierte nämlich während des Essens und er sackte zusammen und fiel vom Stuhl, im wahrsten Sinne. Nach kurzer Auszeit wurde ein Krankenwagen gerufen, und er wurde kurzerhand in die Notaufnahme gebracht und alle erforderlichen Werte überprüfen. Gegen Mitternacht kam die Entwarnung, alles i. O., „nur“ Kreislauf… Da waren wohl die letzten Tage fast ohne Schlaf und dann noch dieses intensive Punktspiel zu viel für einen fast 50-jährigen, obwohl der große Tag ja noch ansteht…
Also, alles gut soweit gesundheitlich und ja, Klassenerhalt in der Oberliga, Platz 2.
Das kann sich sehen lassen. Eine tolle Mannschaftsleistung, aber natürlich auch herausragende Einzelspieler. Hervorzuheben sind da besonders Daniel und Steffen. Beide haben zusammen wichtige Doppelpunkte geholt. Aber auch in den Einzeln starke Gegner geschlagen.
Dass Daniel jetzt endlich auch ein „alter Sack“ auf dem Papier ist, freut uns alle sehr
Durch ausgiebiges Schlagtraining mit Yannick spielt er so gut Tennis wie noch nie. Mal sehen, was so in der Sommersaison geht. Da spielen H50I und H50II beide in der Landesliga, vielleicht sogar in der gleichen Staffel gegeneinander. (nein, leider nun doch nicht, sehr schade)
Meine Herren, es war, ist und wird mir eine Ehre sein, mir euch die Schläger zu kreuzen.
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Ich glaube, gehört zu haben, dass auch ein Only-Fan-Abo in Vorbereitung ist.
Schweissnasse Silberrücken erwarten euch, ich schweife ab…und zurück zu Lück.
Chefredakteur Thomas Müller
